Rede von Gisela Blomberg (VVN-BdA) bezüglich der Gedenkfeier am 27. Januar 2019

28. Januar 2019

Gedenken an die ehemaligen KZ-Häftlinge der Lager Berta 1 und Berta 2 am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus 2019.

Gemeinsame Veranstaltung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e.V. (VVN-BdA) Düsseldorf und des Düsseldorfer Friedensforums.

Rede von Gisela Blomberg (Kreisvorstand VVN Düsseldorf)

Heute vor 74 Jahren wurde das KZ Auschwitz durch die Rote Armee befreit.

Auch in Düsseldorf gab es 6 KZ-Außenlager, 5 davon waren Außenkommandos des KZs Buchenwald, das Lager in Düsseldorf-Stoffeln war eine Außenstelle des KZs Sachsenhausen, darüber hinaus gab es in dieser Stadt über 400 Lager für Zwangsarbeiter. 1944 waren in Düsseldorf 35.000 Menschen, d.h. über ein Viertel aller Beschäftigten, unter unmenschlichen Bedingungen zur Zwangsarbeit eingesetzt. In den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen wurde Zwangsarbeit als ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt.

Wir möchten heute den Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus zum Anlass nehmen, an die Buchenwalder KZ-Häftlinge, die hier in der Waffenschmiede Rheinmetall zur Sklavenarbeit gezwungen wurden, zu erinnern.

Bei Rheinmetall hat das Geschäft mit dem Tod Tradition, Profite werden mit Aufrüstung und Kriegen generiert. Schon im 1. Weltkrieg war Rheinmetall einer der größten deutschen Rüstungshersteller, auch damals wurden Zwangsarbeiter ausgebeutet.

Nur 20 Jahre später verbündete sich Rheinmetall mit dem Nazi-Regime, die imperialistischen Expansionspläne der deutschen Faschisten entsprachen den Konzerninteressen, Aufrüstung und aktive Kriegsvorbereitung kurbelten erneut die Profite an. Konzernvertreter wie Generaldirektor Hellmuth Röhnert und andere Manager vertraten die Interessen von Rheinmetall in den wichtigsten Gremien der Kriegsführung.

Am 11. April 1937 kam Adolf Hitler zu Rheinmetall in Düsseldorf, 1939 wurde in der Festschrift zum 50-jährigen Firmenjubiläum dieser Besuch „als die größte Ehre, die einem deutschen Werk widerfahren kann“ bewertet. Und weiter hieß es dort:

Möge es dem Werk vergönnt sein, an der gewaltigen Aufbauleistung unseres geliebten Führers und Reichskanzler Adolf Hitlers …. zum Wohle des Großdeutschen Volkes auch in der Zukunft erfolgreich mitzuarbeiten!“

Nach dem Hitler Besuch gaben sich weitere Nazigrößen ein Stelldichein bei Rheinmetall.

Um während des Krieges die Rüstungsproduktion zu forcieren wurde – wie schon zuvor im 1. Weltkrieg – auf die Ausbeutung von Zwangsarbeitern zurückgegriffen. Diesmal in noch größerem Stil, mindestens 300.000 Sklavenarbeiter schufteten unter menschenunwürdigen Bedingungen 12 Stunden und mehr pro Tag in den Rüstungswerken des Konzerns.

Ab 1943 wurden in den Düsseldorfer Werken – und nicht nur hier – Häftlinge aus den Konzentrationslagern angefordert.

Zuerst wurde das Kommando Berta (ein Deckname für Rheinmetall) an der Schlüterstraße in Düsseldorf Flingern eingesetzt. Etwa 600 Häftlinge waren in der Werkshalle, die sie nicht verlassen durften, eingesperrt, die Bedingungen waren katastrophal, in den ersten Monaten gab es noch nicht einmal sanitäre Anlagen.

Ab dem 1.September 44 wurde an diesem Ort hier ein weiteres KZ Außenlager, genannt Berta II in Betrieb genommen. 260-270 Häftlinge waren in dem Keller der ehemaligen Rheinmetall-Halle unter menschenunwürdigen Bedingungen eingeschlossen. Nur zur Arbeit durfte der Keller verlassen werden.

Die KZ-Außenlager Berta I und Berta II unterstanden der SS, Wilhelm Knauf der Kommandant beider Lager wurde nach dem Krieg zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Zur Bewachung waren auch Düsseldorfer Schutzpolizisten eingesetzt.

Die hygienischen Verhältnisse in beiden Lagern waren völlig unzureichend, es gab zu wenig Kleidung und die Häftlinge litten an chronischer Unterernährung. Im Feb. 44 starben 3 Häftlinge, da sie aus Mangel an Nahrung giftige Knollen gegessen hatten.

Brutalität bestimmte den Alltag, die Prügelstrafe mit Gummischläuchen auf das nackte Gesäß gehörte zum „normalen“ Tagesablauf, zudem wurden Kollektivstrafen verhängt, viele Häftlinge wurden zu Tode gequält. Die Todesursachen wurden meistens unter den Begriffen Herzversagen oder Suizid versteckt.

Bei einem Luftangriff auf das Lager Berta I kam es unter den Häftlingen zu einer verständlichen Panik, sie rannten vom Werksgelände, vielleicht nutzten einige die Situation auch zur Flucht, die SS-Männer erschossen daraufhin 18 von ihnen.

Der größte Teil der Häftlinge kam aus Russland, der Ukraine, Polen, Frankreich, Italien, Belgien, den Niederlanden und der Tschechoslowakei, aber es gab auch einige deutsche Häftlinge. Sie alle wurden in der Produktion der Behälter für die sogenannten Vergeltungsraketen V1 und V2 eingesetzt. Unter den deutschen Häftlingen gab auch einige Politische, Toni Fleischhauer war einer von ihnen, er konnte aus dem Lager flüchten und berichtete später, dass es sehr wohl Versuche gab, die Produktion zu sabotieren, es war allerdings sehr gefährlich. Wenn dies auffiel, wurden 10 Häftlinge erschossen.

Sabotage geschah teilweise durch langsames Arbeiten, aber auch durch schnelles Arbeiten, da dann die Schweißnähte der Raketenbehälter nicht lange hielten, die Häftlinge hatten auch erfahren, dass die Chemikalien von Tintenstiften schlimmer für die V2 Körper waren als Salzwasser.

Der Werkschutz von Rheinmetall wachte auch darüber, dass es nicht zu Kontakten mit den anderen Arbeitern kam. Die Arbeitsbedingungen waren mörderisch, Arbeitsschutz galt für KZ-Häftlinge nicht, Verletzungen am Arbeitsplatz gehörten zum Tagesgeschäft. Aber auch der Lagerkommandant, d.h. die SS kam in die Rheinmetall-Werke, um die KZ-Häftlinge zur Arbeit anzutreiben. Es war eine Schinderei bis in den Tod. Im August 44 z.B. zwang der Lagerkommandant mit seiner Pistole den schon an TBC erkrankten russischen Häftling Tschaikowsky zur Arbeit. Kurz danach starb Tschaikowsky.

Bei Schwäche und Krankheit wurden die Häftlinge in das KZ Buchenwald zurückgeschickt, d.h. in den sicheren Tod. Rücksicht auf die Gesundheit und das Leben der Häftlinge brauchte nicht genommen werden, der Nachschub an menschlicher Arbeit war über die Konzentrationslager gesichert. Bei Todesfällen waren Betriebe auch nicht dazu verpflichtet, Berichte über die Todesursachen anzufertigen, es reichte den Ausfall an Arbeitsfähigen mitzuteilen, zur Auffüllung des Kontingents wurden Häftlinge aus dem Stammlager in die Außenlager verschickt. Zwangsarbeit von KZ-Häftlingen war die Vernichtung ganzer Völkerschaften durch Arbeit d.h. sie war Teil des faschistischen Massenmords.

Rheinmetall fühlt sich bis heute juristisch nicht verantwortlich für die grauenvollen Taten, begangen hier und in anderen Werken. Die Firma bezahlte in Abhängigkeit der Leistungsfähigkeit der Häftlinge zwischen 1 Reichsmark Zwanzig bis fünf Reichsmark an die SS. Damit war für Rheinmetall die Sache abgetan, die Häftlinge wurden nicht zur Belegschaft gezählt.

Als Anfang März 1944 die Amerikaner die linke Rheinseite von Düsseldorf erreichten, begann die SS mit der Evakuierung der Lager Berta 1 und Berta. Die Häftlinge wurden auf den Marsch zurück in das KZ Buchenwald geschickt. Diese Evakuierung war die reinste Tortur, zu Fuß ging es Richtung Erkrath, von dort aus nach Hochdahl, die Häftlinge mussten ein Auto und mehrere LKW Anhänger ziehen, Ortskundigen ist bekannt, dass Hochdahl seinen Namen alle Ehre macht. Bei Mettmann gab es Tieffliegerangriffe, einige Häftlinge versuchten zu fliehen, die SS machte Jagd auf die Flüchtenden und erschoss diese. Um jegliche Fluchtversuche zu verhindern, erfolgte ab Wermelskirchen der Transport mit dem Zug.

Am 10. März kamen die Häftlinge in Buchenwald an, noch ein weiterer qualvoller Monat bis zur Befreiung am 11.April 1945 stand ihnen bevor.

Die Überlebenden des KZs Buchenwald schworen:

Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel“.

Dieser Losung fühlen wir uns auch heute verpflichtet. Eine Welt des Friedens und der Solidarität aber haben wir noch nicht geschaffen, im Gegenteil Rechtsentwicklung und damit verbundene Kriegstreiberei haben wieder Konjunktur. Rüstungskonzerne wie Rheinmetall steigern die Profite ihres todsicheren Geschäfts. Dagegen müssen wir uns gemeinsam wehren!

Krieg beginnt hier – Stoppt die Rüstungsproduktion!!

(Photos: Inge Trambowsky)

 

Rede von Ernst Gleichmann (Friedensforum Düsseldorf) bezüglich der Gedenkfeier am 27. Januar 2019

28. Januar 2019

Gedenken an die ehemaligen KZ-Häftlinge der Lager Berta 1 und Berta 2 am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus 2019. Gemeinsame Veranstaltung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e.V. (VVN-BdA) Düsseldorf und des Düsseldorfer Friedensforums.

Rede von Ernst Gleichmann (Friedensforum Düsseldorf)

Ja, die Firma Rheinmetall lebt von Blut, Tod, und Angst, verkauft Waffen und Munition. Enorm profitierte die Firma von zwei Weltkriegen.
Aber auf
jede der beiden Blütezeiten folgte ein jäher Absturz, als die Sieger die Rüstungsproduktion verboten. Das zwang zur Konversion, Weg von der Rüstungsproduktion hin zur Herstellung von Zivilgütern, z. B. Büromaschinen, Mopedmotoren, Eisenbahnwaggons. Wir lernen: eine Konversion, die gewollt wird, gelingt auch!
Nur, die Rheinmetall-Manager entdeckten, dass die Produktion von Mordinstrumenten viel profitabler ist als die von Zivilgütern.
1956 (mit der Aufstellung der Bundeswehr) hieß es auf einmal:
SCHLUSS mit der Konversion!! Aufs Neue produzierte Rheinmetall Waffen und Munition:
die Bundeswehr kaufte Kampfpanzer und Raketen. 1990 allerdings drohte die Konversion zurückzukehren. Denn da wurde der Warschauer-Pakt aufgelöst, der Feind war weg!
Doch d
iese Konversion entfiel, denn die NATO machte weiter wie zuvor und die Bundeswehr vergrößerte sich. Rheinmetall kaufte andere Firmen hinzu und die Panzer-Familie wuchs: von Wiesel, zu Marder, zu Puma, zu Leopard.
Die Firma ist jetzt eine
Aktiengesellschaft, wächst und floriert.
Sie besteht aus zwei Bereichen
: Rüstung (täuschend „Defence“ genannt) und Automobiltechnik. Rheinmetall Defence verdient bestens, erzielt Jahr für Jahr zweistellige Wachstumsraten. Die Aktien sind begehrt, bringen hohe Dividende. Alle Rentenkassen, Versicherungskonzerne, Investmentfonds halten die ertragreichen Aktien im Depot! Das heißt, die deutsche Gesellschaft, wir alle profitieren mit vom Blut-Geschäft!! Die Strategie von Rheinmetall „Defence” beruht auf einer Internationalisierung von Produktion und Vertrieb der Mordinstrumente: Man erwirbt Firmen im Ausland bzw. beteiligt sich an fremden Gemeinschafts-Firmen. So kann man die deutschen Rüstungsexport-Beschränkungen umgehen. Das Völker verbindende des Handels verhunzend, plant Rheinmetall-Chef Papperger, die Firma nach dieser Strategie weltweit auszubauen.

Als Absatzmärkte hat er besonders Saudi-Arabien und die Türkei im Visier. Seit 2015 bombardieren die Saudis den Jemen. Immer wieder richten sie dabei Gemetzel unter Zivilisten an. Rheinmetall liefert die Bomben dafür, trotz des deutschen Waffen-Exportverbots in Krisengebiete. Sie stammen von Tochterunternehmen, die entweder in Sardinien oder in Südafrika sitzen; oder aus einer neuen Munitions-Fabrik in Saudi-Arabien selbst, die über eine Mehrheitsbeteiligung von Rheinmetall betrieben wird [Denel Munition]
Pappergers Trick
: Rüstungsgüter, die im Ausland produziert werden, unterliegen nicht der deutschen Rüstungsexport-Kontrolle.

Beispiel: Eine Bombe, die im Kriegs-Gebiet im Jemen gefunden wurde, trug das Etikett der Rheinmetall-Tochter auf Sardinien. Die Menschenrechts-Organisation „Human Rights Watch” appellierte an die Bundesregierung, sie möge prüfen, wie tief Rheinmetall in Rüstungs-Exporte verwickelt sei. Unsere Regierung wies dies zurück. Ihre Ausrede: Für Rüstungslieferungen aus Italien und Südafrika seien deutsche Behörden nicht zuständig.
Wir sehen
: Der Tod bleibt „ein Meister aus Deutschland.”

Nun zur TÜRKEI

Vor einem Jahr okkupierte Erdogan das kurdische Afrin in Syrien. Dabei setzte er Rheinmetall-Panzer ein. Auf seinem und auf Pappergers Wunschzettel steht jetzt der Bau einer Panzerfabrik in der Türkei. Dafür benötigt Rheinmetall die Genehmigung der Bundesregierung, und hierüber ist ein heilloser Streit entbrannt.
Dagegen sind die Linkspartei, die Grünen, die Kurden sowie die öffentliche Empörung über den jeweils neuesten Justiz-Skandal in der Türkei. Erdogan verfügt jedoch über ein stattliches Erpressungs-Potential: Tausende Flüchtlinge, die er auf Wunsch Berlins zurückhält, sowie Menschenrechtler und Journalisten wie Deniz Yücel, die er als Geiseln benutzt. Letztlich, so fürchte ich, wird die Bundesregierung die Genehmigung erteilen, damit Rheinmetall zum Zuge kommt.
Der Journalist
Otfried Nassauer kommt zu dem Resümee: „Waffen und Munition ist das Grundnahrungsmittel für Kriege. Munitions-Lieferungen in Spannungs- und Kriegsgebiete müssen verboten werden, ebenso wie Lieferungen an Staaten, die Menschenrechte nicht einhalten.“

Schmiergeld, Korruption

Nicht nur BLUT klebt an Rheinmetall, sondern auch viel DRECK. Bestechung, Korruption, Gerichtsverfahren sind ständige Begleiter seiner Geschäfte im In- wie im Ausland. Rheinmetall kennt immer weniger Skrupel, sagt Nassauer.
Konzernchef
Papperger allerdings behauptet, ein „ethisch korrektes Geschäftsverhalten” anzuvisieren. Scheinheilig, verlogen, empörend!!

Politische Vernetzungen

Zur Absicherung alter und Anbahnung neuer Geschäfte hat Rheinmetall zwei ehemalige Bundesminister eingekauft:

Dirk Niebel (FDP) nennt sich Leiter für Internationale Strategieentwicklung und Regierungsbeziehungen, kurz: Waffen-Lobbyist.

Und Franz Josef Jung (CDU), Ex-Verteidigungsminister. Der kam gleich in den Aufsichtsrat. Die SPD steht noch in der Warteschlange. Immerhin sind Lars Klingbeil, ihr General-Sekretär, und Johannes Kahrs schon Mitglieder im Förderkreis Deutsches Heer, einem der wichtigsten Lobby-Verbände der Rüstungsindustrie. Zwischen 2005 und 2010 erhielten die Parteien (mit Ausnahme der Linken) ca. 3,7 Mio. Euro Spenden von Mitgliedsfirmen des Förderkreises

und der Deutschen. Gesellschaft für Wehrtechnik.
Das führt uns vor Augen, wie die sog. Verteidigungspolitik
tickt: die Rüstungsindustrie spendet großzügig an die Parteien, die stimmen dann für neue Militäreinsätze und die Erhöhung des Wehretats, und das leitet neues Geld in die Taschen der Rüstungsindustrie.

Verteidigungspolitik??

Kaum!! –> Profit-Maximierung!!! Bankkredite

Die Finanzierung von Rheinmetalls Blut-Geschäften erfolgt nicht allein durch Großbanken, NEIN, auch die Stadtsparkasse Düsseldorf gewährt Kredite hierfür, in ihren Worten ist das lokales Sponsoring. Klingt harmlos, als ginge es um Fortuna oder den Rosenmontags-Zug.
Statt ihre Unterstützung der
Blut-Geschäfte zu verharmlosen, sollte die Stadtsparkasse klare ethische Standards für ihr Kreditgeschäft formulieren und dieser ethisch nicht tragbaren Firma den Geldhahn zudrehen.

ÖFFENTLICHE KRITIK

In einem Interview [mit RP-online] sagte Papperger,
die Rüstungs-Unternehmen könnten
noch viel mehr verdienen, wenn nur die deutsche Export-Richtlinien nicht so restriktiv wären. Befragt nach moralischen Bedenken beim Rüstungsexport
antworte
te er:Ich bin auch meinen Investoren verpflichtet, und die erwarten zu recht eine Strategie, die auf Wachstum ausgerichtet ist“.

Kommt Euch das vielleicht bekannt vor,
ein deutscher Mann, der nur seine Pflicht tut??
Für die
Pflicht (heute: Profitmacherei),
scheut er vor Blut-Geschäften nicht zurück!!

Die Geschäfte von Armin Papperger und seinem Groß-Investor, Larry Fink, Vorstandsvorsitzender von BLACKROCK (nebenbei der Chef von Friedrich Merz) zeigen uns, wie Recht Präsident Eisenhower hatte, als er 1961 vor dem Militär-Industrie-Komplex warnte. Vier Jahrzehnte zuvor hatte eine kluge Frau in Deutschland bereits gefordert, die Rüstungs-Industrie zu verstaatlichen. Sie wollte verhindern, dass immer neue Kriege aus Profit-Gier finanziert werden. Ihr Name: Rosa Luxemburg. Wie sie endete, ist bekannt.

Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit

(Quelle Photos: Report D)

!! Absage der Kreismitgliederversammlung am 9. Februar 2019 !!

15. Januar 2019

Liebe Kameradinnen und Kameraden,

Wir bitten um Verständnis, dass wir die geplante Kreismitgliederversammlung der VVN-BdA Düsseldorf am 9. Februar 2019 kurzfristig ausfallen lassen.

Die am gleichen Tag stattfindende Demonstration „RASSISMUS & UND EXTREME RECHTE BEKÄMPFEN !“, welche um 13.oo Uhr am Gertrudisplatz beginnt und inzwischen von einem beachtlichen Kreis von Organisationen mit getragen wird, verdient von uns als Mitveranstalter unsere volle Unterstützung.

Der aktuelle neue Termin unserer Kreismitgliederversammlung wird frühzeitig mitgeteilt.

Kein Platz für rechte Schläger in Düsseldorf-Eller und überall! Gemeinsam am 9. Februar 2019 auf die Straße gegen Rassismus und Neonazis!

14. Januar 2019

Aufruf des „Bündnisses gegen Rechts für den 9. Februar 2019“

 

Die extreme Rechte in Düsseldorf ist aktiver geworden, organisiert sich neu und tritt zunehmend offen und auch gewalttätig auf.

Seit Mitte 2018 versucht die sogenannte „Bruderschaft Deutschland“, sich über Düsseldorf-Garath hinaus auch in Eller breit zu machen. In unregelmäßigen Abständen laufen bis zu 40 Mitglieder und Anhänger dieser Gruppe im Pulk durch den Stadtteil. Die „Bruderschaft“ versteht sich als eine Art selbst ernannte völkische Bürgerwehr, die mit ihren „Patrouillen“ angeblich für „Ruhe und Ordnung“ sorgen will. Tatsächlich ist sie aber ein gewalttätiger Zusammenschluss aus rechten Hooligans, altbekannten Neonazis und Stammtischhetzern.

Das zeigte sich erst vor kurzem wieder: Für den 17. November 2018 hatten die sogenannten „Patrioten NRW“ zu einer Demonstration am Landtag aufgerufen. Die allermeisten Teilnehmenden kamen wie erwartet aus dem extrem rechten Spektrum, darunter auch viele aus Düsseldorf. Schon kurz nach Beginn des Demonstrationszuges durchbrachen rechte Hooligans teilweise bewaffnet die Kette der Polizei und griffen Menschen an, die am Straßenrand mit Plakaten und Rufen gegen den rechten Aufmarsch protestierten. Ein aus den Reihen der Rechten auf die Protestierenden geworfenes Messer verfehlte nur knapp sein Ziel. Mehrere Menschen wurden bei dem Angriff der Schläger verletzt. Bei einem der Angreifer handelt es sich um den federführenden Kopf der „Bruderschaft Deutschland“: Ralf Nieland aus Eller griff eine Person von hinten an und schlug ihr mehrfach auf den Kopf, so dass sie im Krankenhaus behandelt werden musste.
Mindestens ein weiterer Täter, der einen anderen Gegendemonstranten zu Boden schlug, kommt ebenfalls aus den Reihen der „Bruderschaft“.

Mit Angriffen wie diesen, aber auch mit ihren „Patrouillen“ in Eller, versucht die „Bruderschaft Deutschland“ Menschen einzuschüchtern, die sich gegen extrem rechte Umtriebe wehren oder die nicht in ihr völkisches Weltbild passen. Wie ähnliche Gruppen in anderen Städten in NRW auch, geht sie dabei äußerst brutal vor. Zugleich beteiligt sie sich an der übelsten Hetze gegen Geflüchtete und versucht mit ihren Parolen und mit ihrem Auftreten im Stadtteil Angsträume zu schaffen.

Ein immer größer werdender Teil dieser selbsternannten „Abendland-Retter“ hat inzwischen mit der rassistisch-nationalistischen AfD ein politisches Sprachrohr in den Parlamenten gefunden. In Stammtisch-Runden oder alltäglichen Situationen spiegeln sich ähnliche Haltungen wider – in der Nachbarschaft oder auf der Straße. Auch in Düsseldorf. Die Gewalt, die von der „Bruderschaft Deutschland“ ausgeht, ist Teil und brutaler Ausdruck dieser Haltungen, die nicht unwidersprochen bleiben können.

Die Situation, wie wir sie jetzt erleben, hat ihre Vorzeichen gehabt. Schon seit 2015 ist zu beobachten, dass sich die extreme Rechte in Düsseldorf wieder stärker organisiert. Sie ist deutlich aktiver geworden, auch außerhalb von Düsseldorf ist sie regelmäßig auf rechten Demonstrationen und Kundgebungen anzutreffen.Zugleich hat rechte und rassistische Gewalt in Düsseldorf zugenommen.
Sorgen wir gemeinsam dafür, dass sich Neonazis, Hools und Rassist_innen zurückziehen, und schützen wir diejenigen, die von ihnen bedroht werden. Dafür wollen wir – für Eller, aber auch insgesamt – am 9. Februar 2019 ein deutliches Zeichen setzen und mit vielen Menschen auf die Straße gehen. Wir werden den Rechten keinen einzigen Stadtteil, keine einzige Kneipe und auch sonst keinen öffentlichen Raum überlassen!

KOMMT AM 9. FEBRUAR 2019 ZUR DEMONSTRATION
NACH DÜSSELDORF-ELLER!
BEGINN DER AUFTAKTKUNDGEBUNG: 13 UHR, GERTRUDISPLATZ

(Anfahrt über S-Bahnhof oder U-Bahn-Haltestelle der U75 Eller-Mitte)

Bündnis gegen Rechts für den 9. Februar 2019
Kontakt über E-Mail: buendnis0902@riseup.net

Unterzeichnende (Stand 26.01.2019)

Antifaschistischer Arbeitskreis an der Hochschule Düsseldorf, i furiosi (Interventionistische Linke Düsseldorf), alles anders – antiautoritäre Gruppe (Düsseldorf), Antifaschistische Linke Düsseldorf, Barrikada Düsseldorf, Interventionistische Linke Düsseldorf [see red!], TURN LEFT Düsseldorf, Antifa-Café Düsseldorf, Düsseldorf stellt sich quer (DSSQ), Allgemeiner Student*innenausschuss (AStA) der Hochschule Düsseldorf, Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) Stadtverband Düsseldorf, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Stadtverband Düsseldorf, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der AntifaschistInnen (VVN-BdA) Kreisverband Düsseldorf, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/Bund der AntifaschistInnen (VVN-BdA) Landesverband NRW, Türkei Zentrum e.V. (Düsseldorf), Flüchtlinge willkommen in Düsseldorf e.V., Mosaik e.V. – Zentrum zur Förderung des interkulturellen Dialogs in Düsseldorf und Umgebung, STAY! Düsseldorfer Flüchtlingsinitiative, zakk – Zentrum für Aktion, Kultur und Kommunikation (Düsseldorf), SPD-Ortsverein Düsseldorf-Eller, Jusos Düsseldorf, DIE LINKE.Kreisverband Düsseldorf, Die Linke.Ratsfraktion Düsseldorf, Hochschulgruppe Die Linke.SDS Düsseldorf, Linksjugend [’solid] Düsseldorf, Bündnis 90/Die Grünen Düsseldorf, Susanne Ott und Holger-Michael Arndt (Abgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen in der Bezirksvertretung Eller, Lierenfeld, Unterbach und Vennhausen), Junge Grüne Düsseldorf, Die PARTEI Kreisverband Düsseldorf, DKP Düsseldorf, DKP Gerresheim, MLPD Düsseldorf, Rebell Düsseldorf, Autonomes Frauen*-Referat an der Hochschule Düsseldorf, fiftyfifty (Düsseldorf), Jugendberufshilfe Düsseldorf GmbH, AK „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ am Riehl-Kolleg (Düsseldorf-Eller), BSV (Bezirksschüler*innenvertretung) Düsseldorf, Rock gegen Rechts Düsseldorf, CSD Düsseldorf, SJD – Die Falken Düsseldorf, Dissidenti Ultra, Dangermouth FC, Antirasisters, Hypers 2001, F95.Antirazzista, NaturFreunde Düsseldorf, Ökokonzept GmbH (Düsseldorf), internationale sozialistische Organisation (iso) Ortsgruppe Düsseldorf, SDAJ Düsseldorf, Attac Düsseldorf, Motorradclub Kuhle Wampe, Antifaschistische Aktion Neuss, Antirassistische Intervention Duisburg, AALEV – Antifaschistische Aktion LEVerkusen, Köln gegen Rechts, Rheinisches antifaschistisches Bündnis gegen Antisemitismus (RABA Köln), Antifaschistische Organisation Bonn AO[BN], Junge Antifa Bonn, Antifaschistische Linke Bochum, Antifaschistische Aktion Bochum, Gruppe junger Antifaschist*innen Bochum, Autonome Antifa 170 – antifaschistische Gruppe aus Dortmund, Diskursiv Aachen, Tacheles e.V. (Wuppertal), Antifa Solingen, Essen stellt sich quer, Initiative Keupstraße ist überall (Köln)

Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus / 27. Januar 2019 – 11:00

11. Januar 2019

27. Januar 2019 – Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus – Gedenken an die Außenlager Berta I und Berta II des KZ Buchenwald

Die VVN-BdA Düsseldorf und das Friedensforum Düsseldorf nehmen den 27.01.2019 – 74 Jahre zuvor befreite die Rote Armee das KZ Ausschwitz – zum Anlass, an die Häftlinge der KZ-Außenlager Berta I und Berta II zu erinnern.

(Photo: Gisela Blomberg)

Auf dem Düsseldorfer Stadtgebiet gab es von 1942 bis 1945 insgesamt 5 Einsatzkommandos des KZ Buchenwald und ein Außenlager des KZ Sachsenhausen.
Die Häftlinge von Berta I und Berta II, beides Außenlager des KZ Buchenwald, waren von der Firma Rheinmetall zum Einsatz in den Düsseldorfer Rüstungswerken angefordert worden, wo sie unter unmenschlichen Bedingungen zur Produktion der sogenannten Vergeltungsraketen V1 und V2 gezwungen wurden. Viele Häftlinge überlebten diese Tortur nicht. Die Produktion von Munition war im zweifachen Sinn ein todsicheres Geschäft und ist es auch heute noch.

Die fast 130-jährige Tradition des Geschäfts mit dem Tod geht indessen ungebrochen weiter, heute ist die Waffenschmiede Rheinmetall der größte deutsche Rüstungskonzern. 2017 konnte allein die Rüstungssparte von Rheinmetall den Umsatz auf über 3 Milliarden Euro steigern.

Macht mit bei unserem gemeinsamen Protest gegen die aktuellen Bombengeschäfte von Rheinmetall!

Am: 27.01.2017, 11:00 Uhr
Wo: Vor dem Erinnerungszeichen für das KZ Außenlager Berta II, Rather Straße 31, D-Derendorf

http://www.duesseldorf-alternativ.de/index.php/friedensforum-duesseldorf.html


(Photo: Gisela Blomberg)

 

Ewald Ochel – Erinnerungen eines Revolutionärs / Vortrag am 15.01.2019 im BiBaBuZe

2. Januar 2019

15.01.2019 * Ewald Ochel – Erinnerungen eines Revolutionärs

 

Mitunter muten sie an wie ein Schelmenroman: die Erinnerungen von Ewald Ochel. Sozialdemokrat, dann Kommunist, kein Theoretiker – ein Praktiker der Revolution 1918/19. Parteiisch, rastlos, turbulent schildert Ochel seine Erlebnisse: Widerstand gegen den Krieg, Desertion und Flucht in die Niederlande, die Herausgabe der Zeitung „Der Kampf“ in Amsterdam an der Seite Carl Minsters und Wilhelm Piecks, die Beteiligung an der Revolution an vorderster Front in seiner Heimatstadt Düsseldorf und in der Münchner Räterepublik.

Ochels Perspektive spiegelt die Sicht Hunderttausender, die von den Ergebnissen der Revolution enttäuscht waren und in das Lager der radikalen Linken wechselten. Kritisch kommentiert, eingeordnet und mit zahleichen Dokumenten und Abbildungen durch den Herausgeber ergänzt.

Dr. Joachim Schröder, Historiker (1973), wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus/Neonazismus an der Hochschule Düsseldorf und Leiter des Erinnerungsortes Alter Schlachthof. Forschungen und Publikationen zur Geschichte des Nazismus, der Weltkriege, des Sozialismus und Kommunismus.

15.01.2019 * Ewald Ochel – Erinnerungen eines Revolutionärs

 

Massive Gewalt gegen DSSQ-Protest – Terz – 12/2018

26. November 2018

Angriffe und Messerwurf auf Antifaschist*innen

Etwa 450 Personen waren am 17. November 2018 dem Aufruf diverser extrem rechter Organisationen gefolgt, um in der NRW-Landeshauptstadt unter dem Motto „Migrationspakt stoppen“ auf die Straße zu gehen.

Stark vertreten an dem Tag waren rechte und gewaltbereite Hooligans aus dem Spektrum der „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) und „Gemeinsam stark Deutschland“. Sie stellten rund ein Drittel der Teilnehmenden. Eben jener Szene ist auch die vom Düsseldorfer Süden aus agierende „Bruderschaft Deutschland“ zuzuordnen, auf deren Konto zwei verletzte Gegendemonstranten gehen. Dass es nicht auch einen Toten durch ein gezielt auf Gegendemonstrant*innen geworfenes Messer gab, ist nur dem Zufall zu verdanken. Zum Gegenprotest aufgerufen hatte das Bündnis „Düsseldorf stellt sich quer“, dem Aufruf waren aber leider nur wenige Hundert Personen gefolgt, so dass die extreme Rechte zum ersten Mal seit vielen Jahren in Düsseldorf tatsächlich in der Überzahl war.

Angemeldet worden war die Kundgebung am Johannes-Rau-Platz mit anschließendem Umzug über den Fürstenwall, die Kronprinzenstraße und die Reichsstraße zurück zum Auftaktkundgebungsplatz von der gut vernetzten Kleinstgruppe „Patrioten NRW“ um Stefan Witte und Stefanie van Laak, beide aus Köln. Dem Aufruf angeschlossen hatten sich unter anderem die Gruppierungen „Frauenbündnis Kandel“, „Mütter gegen Gewalt“ und der nicht unwesentlich aus rechten Hools bestehende und von Dennis Mocha angeleitete „Begleitschutz Köln“, der sich zwischenzeitlich in „Internationale Kölsche Mitte“ umbenannt hat. „Mönchengladbach steht auf“ um den ehemaligen „pro NRW“-Vizeparteivorsitzenden Dominik Roeseler trommelte zudem mit einem eigenen Aufruf und einem Mobilisierungsvideo in der rechten Hooligan-Szene und versprach „kurze hochkarätige Reden“ und „Musik“. In der Szene wurde bereits hoffnungsvoll über einen eventuellen Auftritt von „Kategorie C“ bzw. von deren Frontmann spekuliert.

„In den Farben getrennt, in der Sache vereint“

„Gut ist das wir für die Sache vereint stehen denn es ist unser Land da ist der Fußball mal außen vor jedem sein Verein für die Heimat Vereint“, stammelt F95- und „Bruderschaft Deutschland“-Fan Franz Schleder aus Düsseldorf mit Rückblick auf die Aktion auf Facebook. „Nennen wir es doch einfach Länderspiel“, schlägt ein Mönchengladbacher Hooligan aus dem Dunstkreis von „Mönchengladbach steht auf“ vor: „Da laufen wir auch Seite an Seite.“ Wenn es um die Abwehr eines bei einer Verabschiedung des UN-Migrationspakts angeblich drohenden Untergangs Deutschland oder gar des kompletten „Abendlandes“ geht, treten ansonsten gepflegte Feindschaften zwischen den Fans einzelner Vereine in den Hintergrund. So ist es möglich, dass – wie am 17. November – rechte Hools aus den Fanszenen des 1. FC Köln, MSV Duisburg, von Borussia Mönchengladbach, Fortuna Düsseldorf und aus anderen Vereinen Schulter an Schulter gegen eine „Messereinwanderung“ und für eine „Festung Europa“ auf die Straße gehen. Sie – die letzten, die hierfür „die Eier“ hätten – möchten voranschreiten und auf der Straße den Weg „frei kämpfen“ für den braven, aber „nicht wehrfähigen Normalbürger“, der sein berechtigtes Anliegen vortragen möchte, hieran aber von „kriminellen linken Elementen“ gehindert würde. Dabei ist „frei kämpfen“ wörtlich zu nehmen. In der Regel wissen Gruppierungen wie „Patrioten NRW“ und „Mütter gegen Gewalt“ ein solches Engagement zu schätzen, hadern aber zuweilen damit, dass dieses selten mit dem angestrebten seriösen Auftreten in Einklang zu bringen ist. Ein Teil ihres bürgerlichen Publikums rümpft beim Auftreten der Hools schon einmal die Nase. Am 17. November 2018 drückte sich das unter anderem darin aus, dass die Veranstalter bei der Auswahl ihrer Ordner und Ordnerinnen mit Ausnahme des mitveranstaltenden Kölner „Begleitschutzes“ nicht auf die rechte Hool-Szene zurückgriffen und Dominik Roeseler, eine der zentralen Figuren aus dem HoGeSa/„Gemeinsam stark Deutschland“-Spektrum, keine Rede zugestanden wurde.

„Keine Gewalt“?

Auch am 17. November 2018 betonte Stefan Witte in seiner Abmoderation noch einmal, dass man sich von „jedweder Gewalt“ distanziere – ohne freilich zu benennen, vom wem diese zuvor ausgegangen war. Nachdem der „erlebnisorientierte“ Teil seines Publikums statt „kurze hochkarätige Reden“ und „Musik“ etwa 90 Minuten langatmige, immer gleiche Reden und keine Live-Musik präsentiert bekam und sich sichtlich genervt zeigte, trachtete er nach praktischeren Ausdrucksformen des Protestes. Dass Angriffe auf Gegendemonstrant*innen geplant waren, zeichnete sich deutlich an den Absprachen untereinander ab, daran hatten nicht rechte Beobachter*innen des Geschehens schon vor der Aufstellung des Demonstrationszuges keinerlei Zweifel. Nur den anwesenden Polizeikräften, die sich mehr mit dem recht schwachen Gegenprotest beschäftigten und der rechten Demo an der Angriffsstelle sogar großteils den Rücken zukehrten, schien das entgangen zu sein. Und so kam, was kommen musste. Nachdem sie schon zuvor Parolen wie „Schlagt sie tot!“ gerufen hatten, griffen die rechten Hools organisiert an. Während einige von ihnen beim Vorrücken Polizeikräfte auf sich zogen, gelang es anderen, durch die großzügigen Lücken der lockeren Polizeikette zu kommen und den Gegenprotest anzugreifen. Zwei Gegendemonstranten wurden hierbei durch Faustschläge kampferprobter und mit Lederhandschuhen ausgestatteter Aufmarschteilnehmer im Gesicht und am Hals verletzt. Besonders hervor tat sich bei dem Angriff die „Bruderschaft Deutschland“, die nebst Umfeld mit einem Pulk von etwa 30 Personen erschienen war. Die beiden verletzten Personen gingen auf das Konto des Anführers der „Bruderschaft Deutschland“, Ralf Nieland, und des mit der „Bruderschaft“ eng verbandelten Miguel Arce-Luarca, beide aus Düsseldorf. Während Nieland sofort nach dem Angriff von Polizeibeamten überwältigt werden konnte, schaffte es Arce-Luarca zunächst, sich seiner Festnahme zu entziehen, wobei ihm weitere „Bruderschaft“-Mitglieder, denen es beim Angriff nicht gelungen war, die Polizeikräfte zu überrennen, behilflich waren – während ein BVB-Hooligan aus Mönchengladbach, der sich bei Facebook „Rene Lange“ nennt, einen weiteren Faustschlag gegen Arce-Luarcas Opfer richtete. Letztendlich wurde Arce-Luarca dann aber doch nach Beendigung des Aufmarsches in Polizeigewahrsam genommen. „War mir eine Genugtuung. Mann kann sich nicht alles gefallen lassen…“, kommentierte der in Eller lebende Ralf Nieland am Tag nach dem Aufmarsch seinen Angriff im Internet. Aus seiner „Bruderschaft“ folgte dann auch sogleich die Zusage von Unterstützung: Man werde für „die Strafe vom Ralf zusammen schmeißen“.

Zunächst offenbar völlig unbemerkt blieb ein Vorfall, kurz nachdem Ralf Nieland von der Polizei fixiert werden konnte. Ein Kölner Hooligan schleuderte eine Art Wurfmesser auf Kopfhöhe in Richtung einiger Gegendemonstranten – und verfehlte dabei nur äußerst knapp sein Ziel. Klaus W. aus dem Kreis der „Bruderschaft“ aus Garath, der augenscheinlich bemerkt hatte, was da geplant war, hatte zuvor einen „Kameraden“ gestoppt, damit dieser nicht in die Wurflinie geriet – und damit ermöglicht, dass die Bahn für den Wurf frei war und das Geschoss niemanden aus den eigenen Reihen treffen konnte. Alle genannten Angriffe und auch der Messerwurf sind auf im Internet veröffentlichtem Videomaterial zu sehen.

Ausblick

Die seit 2017 öffentlich in Erscheinung tretende „Bruderschaft Garath“, die sich zwischenzeitlich in „Bruderschaft Deutschland“ umbenannt hat und insbesondere von Ralf Nieland und vom Garather Kai Kratochvil angeleitet wird, versucht sich seit Monaten am Aufbau einer Art „patriotischen“ Bürgerwehr. So tauchte die Gruppe schon mehrfach mit bis zu 35 Personen in Eller auf, wo mehrere Mitglieder der „Bruderschaft“ wohnen, posierte zum Gruppenfoto vor dem S-Bahnhof Eller-Süd und zeigte anschließend „Präsenz“ im Stadtteil – sowohl beim „Vorglühen“ im „Brauhaus Fuchsjagd“, als auch auf der Gumbertstraße, inklusive eines gemeinsamen „Spaziergangs“ nach Oberbilk. Frei nach dem Motto „Wenn wir da sind, dann trauen sich nichtdeutsche Kriminelle nicht, schlimme Dinge zu tun“.

Mitglieder der Gruppe, unter ihnen auch der F95-Dauerkarteninhaber Ralf Nieland, sind auch auf neonazistischen Aufmärschen anzutreffen, beispielsweise am 14. April 2018 beim „Europa erwache!“-Aufmarsch der „Die Rechte“ in Dortmund. In Düsseldorf und im Düsseldorfer Umland erfreut sich die „stabile Truppe“, wie sie sich gerne bezeichnet und bezeichnen lässt, immer größerer Beliebtheit. Sie verstärkt sich zunehmend aus ihrem Umfeld. Hinzu kommt eine aktiv betriebene Vernetzung und Verbrüderung mit Gleichgesinnten in anderen Städten. Neben den bereits genannten Gruppen aus Mönchengladbach und Köln ist das insbesondere die „First Class Crew“ aus Essen, die auch als „Steeler Jungs“, „Huttroper Jungs“ und „Borbecker Jungs“ auftritt und die engste Verbindungen in die Rocker-Szene und Kampfsport-Szene hat. „Die Essener“ waren am 17. November aus unbekannten Gründen nicht in Düsseldorf. Sie seien aber beim nächsten Mal auf jeden Fall dabei, so Ralf Nieland, ebenso wie „die Duisburger“. Wann dieses „nächste Mal“ sein wird, ist noch unklar. Demoanmelder Stefan Witte hatte jedoch am 17. November ab Januar 2019 monatliche Demonstrationen in Düsseldorf angekündigt. Nicht bis zum nächsten Mal warten wollte offenbar die Kölner Truppe, aus deren Reihen nach der Ankunft am Kölner Hauptbahnhof rumgehitlert und ein dagegen protestierender Bahnreisender zusammengeschlagen wurde.

Bis zum nächsten Düsseldorfer Auftreten wäre es dringend nötig, aus den Erfahrungen vom 17. November zu lernen und den Gegenprotest neu aufzustellen. Messerwürfe auf Gegen­demonstrant*innen machen eine breite Mobilisierung aus nachvollziehbaren Gründen sicherlich noch schwieriger, als sie es ohnehin schon ist. Und sich beim Schutz der eigenen Unversehrtheit auf die Polizei zu verlassen, wäre leichtsinnig und möglicherweise fatal. Spätestens bei der rechten Kundgebung am 27. August 2018 vor dem Landtag – eigentlich aber bereits bei den 21 DügIdA-Demonstrationen 2015 – zeichnete sich ab, welch‘ enormes Gewaltpotenzial aktuell bei der regionalen extremen Rechten am Start ist. Ein massiver Angriff der rechten Hools am 27. August wäre für die schlecht aufgestellten Polizeikräfte nicht abwehrbar gewesen. Ein solcher blieb aber im Gegensatz zum 17. November aus. Gelernt wurde polizeilicherseits in der Zwischenzeit offenbar nichts. Und Ähnliches ist auch zukünftig zu erwarten, der Feind steht nach wie vor links. Eben dieser Situation muss sich der Gegenprotest jetzt stellen.

DSSQ-Untersuchungs-AG 17.11.18,
Stand 25.11.18

Massive Gewalt gegen DSSQ-Protest / Angriffe und Messerwurf auf Antifaschist*innen

26. November 2018

Pressemitteilung vom Bündnis „Düsseldorf stellt sich quer!“
Düsseldorf, 26.11.2018

Massive Gewalt gegen DSSQ-Protest / Angriffe und Messerwurf auf Antifaschist*innen

Am 17. November 2018, beim etwa 450-köpfigen Aufmarsch extrem rechter
Organisationen in Düsseldorf, kam es zu zwei von Mitgliedern der
Düsseldorfer „Bruderschaft Deutschland“ verletzten Gegendemonstranten.
Dass nicht noch Schlimmeres passierte, ist nur dem Zufall zu verdanken.
Ein Kölner Hooligan schleuderte höchstwahrscheinlich ein Wurfmesser auf
Kopfhöhe in Richtung einiger Gegendemonstranten und verfehlte dabei nur
äußerst knapp sein Ziel. Eine aufwändige Auswertung des öffentlich
verfügbaren Videomaterials durch DSSQ brachte jetzt diesen bislang nicht
bekannten Vorgang ans Tageslicht. „Düsseldorf stellt sich quer“ fordert
eine sofortige Aufklärung.
Ausschnitte des Videos sowie Bildmaterial über die rechten Angreifer
sind auf http://duesseldorf-stellt-sich-quer.de/blog/ dokumentiert.

(animated GIF – draufklicken)

Dass Angriffe auf Gegendemonstrant*innen geplant waren, zeichnete sich
bereits vor der Formierung des rechten Demonstrationszuges ab. Die
zahlreich anwesenden extrem rechten Hooligans insbesondere aus
Düsseldorf, Köln und Mönchengladbach sprachen sich entsprechend ab und
gingen koordiniert vor. Lediglich den anwesenden Polizeikräften schien
dies entgangen zu sein. Nachdem die rechten Hools schon zuvor Parolen
wie „Wenn wir wollen, schlagen wir sie tot!“ gesungen hatten, griffen
sie an. Zwei Gegendemonstranten wurden hierbei durch Faustschläge
kampferprobter und mit Lederhandschuhen ausgestatteter
Aufmarschteilnehmer im Gesicht und am Hals verletzt. Die beiden
verletzten Personen gingen auf das Konto des Anführers der „Bruderschaft
Deutschland“, Ralf Nieland, und des „Bruderschaft“-Mitglieds Miguel
Arce-Luarca. Beide kommen aus Düsseldorf. Während Nieland sofort nach
dem Angriff von Polizeibeamten überwältigt werden konnte, konnte sich
Arce-Luarca zunächst seiner Festnahme entziehen. Erst nach Beendigung
des Aufmarsches wurde er in Polizeigewahrsam genommen.

Zunächst unbemerkt blieb ein Vorfall, kurz nachdem Nieland von der
Polizei fixiert werden konnte. Ein Kölner Hooligan schleuderte aus dem
Gewühl höchstwahrscheinlich ein Wurfmesser auf Kopfhöhe in Richtung der
Gegendemonstrant*innen und der Polizei– und verfehlte dabei nur äußerst
knapp sein Ziel. Mindestens ein namentlich bekannter
„Bruderschaft“-Aktivist, der als Türsteher erprobt ist, hatte die
Situation im Blick. Wie auf den Videos zu erkennen ist, zog er
vorsorglich einen seiner „Kameraden“ aus der Wurflinie. Er wäre in der
Lage, den Täter zu benennen.

Bruderschaft Deutschland
Die seit 2017 öffentlich in Erscheinung tretende „Bruderschaft Garath“,
die sich zwischenzeitlich in „Bruderschaft Deutschland“ umbenannt hat
und insbesondere von Ralf Nieland aus Eller und Kai Kratochvil aus
Garath angeleitet wird, versucht sich am Aufbau einer Art
„patriotischen“ Bürgerwehr. So patrouillierte die Gruppe schon mehrfach
mit bis zu 35 Personen ohne Polizeibegleitung in Eller. Sie posierte zum
Gruppenfoto vor dem S-Bahnhof Eller-Süd und zeigte anschließend
„Präsenz“ im Stadtteil. Mitglieder der rechten Truppe, unter ihnen auch
der F95-Dauerkarteninhaber Ralf Nieland, sind auch auf neonazistischen
Aufmärschen anzutreffen, beispielsweise am 14. April 2018 beim „Europa
erwache!“-Aufmarsch der neonazistischen Partei „Die Rechte“ in Dortmund.
Mehrere neonazistische Parteien – auch der in Düsseldorf im Aufbau
befindlichen „Der III. Weg“ – versucht sich aus den Reihen der
„Bruderschaft“ zu verstärken.

„Wir fordern eine sofortige Aufklärung der genannten Vorfälle,
insbesondere des Messerwurfs. Die Gewalt gegen Teilnehmer*innen an
unseren Protesten hat spätestens mit den Vorfällen vom 17. November
nicht mehr hinnehmbare Ausmaße angenommen. Doch sie kommt nicht
unerwartet. Schon bei den Protesten gegen DügIdA 2015 und zuletzt am 27.
August 2018 vor dem Landtag zeichnete sich diese Entwicklung ab“, so
DSSQ-Sprecher Uwe Funke „Deshalb hatten wir im Vorfeld des 17. November
zum Schutz unserer Teilnehmer*innen auch in so genannten
Kooperationsgesprächen mit der Polizei noch einmal explizit auf das
extrem hohe rechte Gewaltpotenzial hingewiesen. Gefolgt ist daraus
nichts. Offenbar wird dort das Hauptproblem nach wie vor im Protest
gegen rechte Demonstrationen gesehen.“

Karl Marx – Was bleibt und warum? Lesung mit Rolf Becker – initiiert vom Heinrich Heine Salon – 16.12.2018 / Zakk

26. November 2018

Karl Marx – Was bleibt und warum?  Lesung mit Rolf Becker – initiiert vom Heinrich Heine Salon

“Es wird sich zeigen, dass es sich nicht um einen großen Gedankenstrich zwischen Vergangenheit und Zukunft handelt, sondern um die Vollziehung der Gedanken der Vergangenheit.
Es wird sich endlich zeigen, dass die Menschheit keine neue Arbeit beginnt, sondern mit Bewusstheit ihre alte Arbeit zustande bringt.“

Karl Marx, September 1843 (MEW 1/346)

Rolf Becker liest aus Schriften und Briefen, gemeinsamen Arbeiten mit Friedrich Engels, zitiert Stimmen von Marx‘ Freunden und verzichtet auch nicht auf Anmerkungen zur Gegenwart.

 

 

 

 

Sonntag, 16. Dezember 2018 | 11.00 Uhr

Einlass 10.45 Uhr

zakk | Fichtenstr. 40 | Düsseldorf

Eintritt 10,00 / 5,00 (Düsselpass)

mit kleinem Frühstück

Gedenkgang 09.11.2018 – 80 Jahre Pogrom in Düsseldorf

19. November 2018

Rede von Gisela Blomberg, VVN Düsseldorf

Wir gedenken heute des Pogroms, das vor 80 Jahren auch in Düsseldorf stattfand. Wir wollen damit auch ein Zeichen setzen gegen irgendwelche Bestrebungen eines Herrn Höcke oder seiner Gesinnungsgenossen, die heute offen äußern können, dass in der Gedenkpolitik eine Wendung um 180 Grad vorgenommen werden soll. Wir wenden uns gegen jegliche Geschichtsklitterung und Verschleierung der Ursachen und der Verbrechen des deutschen Faschismus.

Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

Das Attentat in Paris auf den deutschen Diplomaten Ernst von Rath fand statt in einem historischen Augenblick, in dem das faschistische Regime dabei war, die Vertreibung der jüdischen Deutschen zu forcieren. So war der Anlass gefunden, die Strategie der Judenverfolgung zum Pogrom zu steigern.

Folglich verfälschte die faschistische Propaganda die verzweifelte Tat eines Einzeltäters augenblicklich in ein antideutsches Komplott des internationalen Judentums.

Hier handelt es sich um einen Phantasiebegriff, geprägt, um die Bevölkerung in Deutschland auf die Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung der Juden einzustellen.

Die nicht-jüdische Bevölkerung wurde von den Nazis zum Kern einer angeblichen Herrenrasse der Arier erklärt, die dazu berufen seien, die Welt zu beherrschen.

Die rassistischen Doktrinen dienten auch der Umleitung des Klassenkampfes in den Rassenkampf, arische Unternehmer wurden in die Volksgemeinschaft einbezogen, für alle Missstände hingegen wurde das Judentum verantwortlich gemacht. Somit wurde der als Arisierung getarnte Raub von Unternehmen und Vermögen jüdischer Menschen legitimiert.

Nicht nur jüdische Menschen wurden zu Feinden der Herrenrasse erklärt sondern auch anderen Völkern vor allem den Slawen, den Sinti und Roma und den Menschen des afrikanischen und asiatischen Kontinents wurde von den Naziführern, denen der Mord an Gegnern und angeblichen Rassefeinden keinerlei Skrupel bereiteten, der Status von Untermenschen zugewiesen. Die Bestimmung der Mehrheit der Weltbevölkerung sei es, beherrscht und ausgebeutet zu werden.

Der Marxismus wurde als jüdisches Machtwerk mit dem Ziel der Schwächung der Völker und die Oktoberrevolution als Sieg des jüdischen Bolschewismus denunziert. So sollten jegliche Angriffe auf jüdische Menschen, auf die Arbeiterbewegung mit ihren Judenknechten und später auf die UdSSR als gerechter Abwehrkampf legitimiert werden. Auch das englische und französische Volk befände sich in Händen des internationalen Judentums, lasse sich von diesem gegen Deutschland missbrauchen und müsse deshalb bekriegt werden. Das deutsche Volk wurde so auf den bevorstehenden Krieg eingestellt, für den ein Feindbild im Inneren und Äußeren notwendig war. Die Judenverfolgung war Teil der systematischen Vorbereitung auf den Krieg gegen die UdSSR, wie diese im Vierjahresplan festgelegt war.

„Faschistischer Rassismus und Rassenantisemitismus waren mithin den Herrschafts- und Expansionsinteressen des deutschen Imperialismus direkt auf den Leib geschneidert“, so der Historiker Kurt Pätzold. Arier sollten in sogenannten Nicht-Ariern und Judenknechten keine Menschen mehr erkennen.

Auch in Düsseldorf gehörte brutaler Terror zum Alltag unter dem Hakenkreuz.

Gauleiter Florian verkündete nach der Machtübergabe am 31.01.1933:  ich zitiere: „Unsere Aufgabe heisst: Als Träger des neuen deutschen Volksgeistes die undeutsche Geisteswelt in unserem Vaterland zu vernichten“

Bis April 1933 gab es allein in Düsseldorf über 3.800 Festnahmen, das bedeutete brutale Folter, Gefängnis und Überstellung in die berüchtigten Emslandlager.

Am 10. März 1933 d.h. fast einen Monat vor der reichsweiten Aktion fanden in Düsseldorf die 1. Boykottmaßnahmen gegen jüdische Ärzte, Rechtsanwälte und Geschäfte mit jüdischen Inhabern statt. Zu diesem Zeitpunkt lebten ca. 5.000 Juden in Düsseldorf.

SA Trupps stellten sich vor den Geschäften auf, es kam zur Schikane der Kunden, teilweise auch Plünderungen und massivem Vorgehen gegen Geschäftsinhaber. In der Folge wurden viele jüdische Geschäftsleute unter Druck gesetzt, um ihre Unternehmen unter Wert zu verkaufen, hierzu zählten z.B. das Carschhaus oder das Kaufhaus von Leonhard Tietz, das dann zum Kaufhof wurde.

Vor genau 80 Jahren wurde auch in Düsseldorf mit dem Befehl zu dem abscheulichen Pogrom die forcierte Vertreibung der jüdischen Einwohner der Stadt eingeleitet.

Die große Synagoge an der Kasernenstraße und andere Räume der jüdischen Gemeinde wurden in Brand gesteckt bzw. zerstört. Rückte die Feuerwehr aus, so ging es nicht darum, die Brände zu löschen, sondern zu verhindern, dass das Feuer auf die Nachbargebäude überging. Die SA und die SS verwüsteten nahezu 500 Einzelhandelsgeschäfte und Wohnungen, Möbel, Kunstwerke und Hausrat wurden völlig demoliert und durch die Fenster auf die Straßen geworfen, jüdische Menschen gedemütigt und schwer misshandelt. Mindestens 15 Menschen überlebten diese Angriffe nicht und die Zahl der Verletzten war sehr groß. Über 120 jüdische Menschen wurden verhaftet, von diesen wurden 82 Männer in das KZ Dachau bei München deportiert. Eine große Anzahl von Menschen wurden in den Suizid getrieben. Selbstverständlich gab es in Düsseldorf auch Menschen, die versuchten ihre jüdischen Nachbarn zu unterstützen, die Mehrheit der Bevölkerung jedoch war inzwischen genügend diszipliniert worden, um nicht zu protestieren.

Mit diesem Überfall auf die jüdische Bevölkerung begann die letzte Etappe der seit 1933 verfolgten Strategie der Vertreibung der Juden aus Deutschland, die schließlich im Holocaust endete. Das Pogrom ließ keinen Zweifel mehr daran, dass es für die jüdischen Menschen keine Zukunft in ihrem Vaterland geben sollte. Gleichzeitig wurde die Volksmehrheit ein weiteres Mal darauf eingestimmt, wie mit Menschen, die nicht zur „arischen Herrenrasse“ gezählt wurden und zu Gegner des Regimes gemacht wurden, umgegangen werden sollte.

Auch heute gibt es viele Kräfte, die auf Ausgrenzung, Rassismus und menschenverachtende Politik setzen, die vermeintlich einfache Lösungen für gravierende gesellschaftliche Probleme propagieren. Dabei bedienen sie sich des Mittels des Betrugs, sie leiten Frustrationen und Ängste auf sogenannte Problemgruppen um und lenken so von den eigentlichen Ursachen ab, d.h. von der seit Jahren stattfindenden Umverteilung von unten nach oben durch den forcierten neoliberalen Sozialabbau. Statt einer Rücknahme der schikanösen Hartz IV Gesetze zum Beispiel nähern sich auch die anderen Parteien chauvinistischen Positionen z.B. in der Flüchtlingsfrage an. Die Rechten bieten keine Lösungen der heutigen Probleme, im Gegenteil sie verschärfen Entsolidarisierung und Ausgrenzung. Es ist unsere Aufgabe, die wachsende Rechtsentwicklung zu bekämpfen. Der drohenden Gefahr eines großen Krieges gegen Russland müssen wir entschieden entgegentreten.

Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg!

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